Direkt zum Inhalt dieser Seite

Home | Newsletter | Kontakt | Impressum
 

Helalzertifikat

Allgemeines über das Helalzertifikat

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ), als staatlich anerkannte Religionsgesellschaft der Muslime in der Republik Österreich teilt hiermit allen Personen, sowohl in Österreich als auch im Ausland folgende Erklärung über Schächtung und Zertifizierung mit:

Mit dem theologischen Begriff „halal/helal“ wird alles bezeichnet, was in der Glaubenspraxis der Muslime als „rein“ und damit „erlaubt“ gilt. Parallel dazu steht bei den Juden das Wort „koscher“.

Im bundeseinheitlichen Tierschutzgesetz von 2004 wird ein für beide Glaubensgemeinschaften wichtiger Punkt ausdrücklich geregelt: Da für Juden und Muslime Fleisch nur dann als „halal/helal“, bzw. „koscher“ gilt, wenn es entsprechend den religiösen Speisegeboten geschlachtet wurde, ist dies hier berücksichtigt.

Im Tierschutzgesetz wurde also das so genannte „post cut stunning“ festgelegt. Unmittelbar nach dem durch Fachleute der jeweiligen Glaubensgemeinschaft ausgeführten Schächtstreich, mit dem die Halsschlagadern durchtrennt werden, findet eine zusätzlich zur durch den Blutsturz eintretenden Betäubung eine mechanische Betäubung „stunning“ statt. Als eindeutig in der Religion begründete Angelegenheit liegt die Kontrolle in den Händen der jeweiligen Vertretung der beiden staatlich anerkannten Religionsgesellschaften.

Für Muslime und Juden besteht somit in Österreich Sicherheit über das nach den jeweiligen Reinheitsgeboten hergestellte Fleisch. In Bezug auf das Prädikat „halal/helal“ wurde diese Sicherheit zunehmend auch für den internationalen Markt aktuell. Die hohe Güte österreichischer Rinder und Schafe ist für den Export von großem Interesse.

Da ein grundlegender theologischer Konsens in der Frage der Schlachtung nicht von allen eingehalten wird, ist die Bezeichnung „halal/helal“ zumindest bei allen Fleischprodukten nicht korrekt und widerspricht dem im österreichischen bundeseinheitlichen Tierschutzgesetz festgehaltenen Standard der Schächtung bei Juden und Muslimen.

Die Halal-Zertifizierung stellt weder ein Beruf noch ein Gewerbe dar, sondern ein islamisches religiöses Gutachten „Fatwa“ ist. Und wer derartiges Gutachten ausstellt, trägt gemäß dem islamischen Verständnis die Verantwortung dafür, für sich und für alle Muslime, die davon Gebrauch machen bis zum Jüngsten Tag.

Nur befugte Aufsichtsorgane der IGGiÖ kontrollieren die Schächtungs- und Verarbeitungsvorgänge vorschriftgemäß an Ort und Stelle und stellen aufgrund dessen adäquater (Halal-Zertifikate) aus.

Muslimische Schächter, die eine Bestätigung der IGGÖ zum Schächten erhalten, sollen weiterhin unbedingt berücksichtigen, dass sie daneben eine behördliche Bewilligung benötigen. Diese behördliche Bewilligung gibt ihnen erst die Möglichkeit, legal eine rituelle Schlachtung ohne vorherige Betäubung des Schlachttieres vorzunehmen.


Allgemeines über das Helalzertifikat Englische Version - 
(PDF)



Rechtliche Vorschriften

Besondere Vorschriften für rituelle Schlachtungen (PDF)

Schächtung ohne Betäubung (PDF)

Speisevorschriften aus dem Islamgesetz 2015 (PDF)



Halal-Richtlinien

Halal, Haram im Essen und Trinken des Muslims

- Der Islam ist eine ganzheitliche Lebensweise, die das physikalische, spirituelle und emotionale Wohlergehen erfasst…
- Der Grundsatz des Verbotenen steht in diesem folgenden Quran Vers: „Verboten hat Er euch nur (den Genuß von) natürlich Verendetem, Blut, Schweinefleisch und dem, worüber etwas anderes als Allah angerufen worden ist.“ (Quran 2:173)


Was ist Halal und Haram?

- Halal ist ein arabisches Wort, das von der dreikonsonantigen Wortwurzel h-l-l abgeleitet wird.
- Die linguistische Bedeutung von Halal ist „das Zulässige, Erlaubte und Gestattete“.
- Das Gegenteil von Halal ist Haram, was linguistisch für „das Unzulässige, das Verbotene“.


Die Prinzipien des  Erlaubens

- Muslime verstehen das Halal-Haram-Prinzip nicht als Einschränkung ihrer Freiheit oder reformbedürftiges Relikt , sondern als zeitloses, gerechtes und immer gültiges Prinzip.
- Haram sind Dinge und Handlungen, die als solche nach der Scharia so eingestuft werden.
- Der Islam bringt die materielle und spirituelle Ebene in Einklang, wobei er die diesseitigen und jenseitigen Aspekte gegeneinander abwägt.
- Zweifelhafte Dinge sind zu vermeiden.
- Was zu Haram führt ist ebenfalls Haram.
- Nur Allah allein hat das Recht zu erlauben und zu verbieten.


Historische Hinblicke

- Soziologisch und historisch betrachtet, ist die Beachtung eines Normenkodex von Erlaubtem und Verbotenem keine islamische Besonderheit, sondern eine gesellschaftliche Notwendigkeit, die in allen Weltanschauungen und Glaubensgemeinschaften zu finden ist.
- Die Parallele zu Tay-yib also Gute-Dingen findet sich auch in der deutschen Bezeichnung „Güter“. Denn der Singular von „Güter“ ist „Gut“.
- Selbst nicht (mehr) religiös ausgerichtete Gemeinwesen und alle anderen irgendwie gearteten Gesellschaftssysteme basieren auf einem Prinzip von „Halal und Haram“ (Erlaubt und Verboten).


Erlaubtes und unerlaubtes Fleisch!

Zum Zwecke der Ernährung gelten für Muslime unten aufgeführte Hauptkategorien als Haram (verboten):

1. Schweinefleisch
2. Rauschmittel, Alkohol, Vergorenes
3. Blut
4. Nicht Halal geschächtetes Tier
5. Krepierte Tiere
6. Fleischfressende Tiere
7. Reptilien, Insekten


Verschiedene Arten von Fleisch, deren Verzehr nicht erlaubt ist

1. Krepiertes
2. Schweinefleisch
3. Tiere, die einem außer Allah geweiht sind
4. Erwürgtes
5. Fließendes Blut
6. Erschlagenes
7. Herabgestürztes
8. Angefressenes
9. Aufgespießtes
10. Opfertiere, die auf den Namen eines anderen geweiht sind außer Allah.


Das islamische Schlachten

- Die Notwendigkeit auf islamische Weise zu schlachten
- Es gibt zwei Arten von Landtieren, die als Nahrung erlaubt sind.
- Die erste sind die zahmen Tiere oder Haustiere, wie Kamele, Kühe, Ziegen, Geflügel usw., die auf einem Hof oder einer Weide gezogen werden.
- Ungezähmte, wilde Tiere gehören zur zweiten Art. Damit das Fleisch der Tiere der ersten Art erlaubt wird, verlangt der Islam die Schlachtung auf islamische Weise.
- Die Bedingungen des islamischen Schlachtens
- Das Tier muß mit einem scharfen Schlachtinstrument Zertrennen von Blutgefäßen ausbluten zu lassen.
- Die Öffnung der Kehle durchgestochen wird, damit es stirbt
- Kein anderer Name als der Allahs darf beim Schlachten über dem Tier gesprochen werden.
- Der Tod des Tieres darf nur ausschließlich durch den Schlachtvorgang verursacht werden.


Halal Zertifizierung

Die Kontrolle und die Nachvollziehbarkeit sollen garantieren:
- Die entsprechenden Lebensmittel nach islamischen Richtlinien sind.
- Bei Bedarf werden die Halal-Anforderungen die eines unabhängigen Laboratoriums geprüft
- Der Halal-Prüfer ist unabhängig von der Produktionsfirma
- Dem Prüfer sollen Notwendige Dokumente bzw. den Ablaufschema definiert und geliefert werden.
- Wenn für die Zertifizierung Laboruntersuchungen notwendig sind, sollen sie auch von der Firma beauftragt und geliefert werden
- Die endgültige Zertifizierung erfolgt nach aller Untersuchen bzw. Vor-Ort-Besichtigung.
- Nach erhalten des Zertifikates kann die Firma das Halal-Siegel nutzen.
- Sollte gegen -Halal-Anforderungen- und Halal-Vorschriften Verstoßen geben, wird das Zertifikat Entzogen.
- Die Einigung auf eine Zertifizierung wird mit einer offiziellen Einladung des Prüfers von der Firma.
- Die Zertifizierung erfolgt gegen eine Kostenersatz-Note, die definiert und vereinbart wird.



Kontakt

Mag. Dr. Noureddinne BOUFALGHA

Beauftragter zur Kontrolle von Schächtungen,
Prüfung von Anträgen auf Zertifikate zu deren Durchführung

Mobil: +43 650 733 72 27
E-Mail: boufalgha@gmx.net