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02.November.2011

Darstellung der IGGiÖ

 

1. Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich versteht sich nach wie vor als die staatlich anerkannte Religionsgesellschaft der in Österreich lebenden Muslime.

 

Dieses Selbstverständnis hat die IGGiÖ in ihre mit Bescheid des BMUKK vom 22. Oktober 2009 auf der Grundlage des Islamgesetztes von 1912 idF der Islamverordnung von 1988 genehmigte Verfassung, festgeschrieben: 

„Der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich gehören alle MuslimInnen ohne Unterschied des Geschlechtes, der ethnischen Herkunft, der Rechtsschule und der Nationalität an. (Art. I Abs. 5 Verf. IGGiÖ)“

2. Der Bestand von Rechtsschulen wird hierbei als selbstverständlich vorausgesetzt. Die von der weltweiten Gemeinschaft der Muslime anerkannten Rechtsschulen des Islam sind sowohl Ergebnis historischer Entwicklungen, als auch Ausdruck der Vielfalt und Vitalität der islamischen Gemeinschaft. Jede dieser Rechtsschulen widerspiegelt den Islam authentisch.

3. Für den Wirkungsbereich der IGGiÖ kommen hierbei folgende Rechtsschulen in Betracht:
a. Die vier sunnitischen Rechtsschulen (hanefitisch, malikitisch, schafiitisch und hanbalitisch)
b. Zwölfer Schia (Imamiten)
c. Zaiditen (Nordjemen)
d. Ibaditen (Oman, Sansibar, Südalgerien)

4. Diese Aufstellung ist weder selektiv noch willkürlich, sondern Ergebnis einer überwältigenden Übereinstimmung der weltweiten islamischen Gemeinde (von allen staatlichen Stellen, Organisationen, Gelehrtenkollegien und sonstigen religiösen Instanzen werden diese Rechtsschulen, als rechtgläubig und innerhalb der weltweiten islamischen Gemeinde [Ummah] stehend betrachtet).

5. Die vier sunnitischen Rechtsschulen haben eine gemeinsame einheitliche Glaubenslehre. Sie unterscheiden sich nur geringfügig bei manchen Details der Religionspraxis. Hier geht es vor allem um die Methodik und um die Qualität einer religiösen Beweisführung. Darum sind sunnitische Muslime einhelliger Meinung darüber, dass die Befolgung einer Rechtsschule den Religionsgelehrten obliegt, während den Laien frei steht sich von Fall zu Fall die Rechtsmeinung eines Gelehrten oder einer Gelehrtengruppe einer dieser vier Rechtsschulen anzuschließen.
Mit den anderen drei Rechtsschulen(insbesondere mit den Zaiditen und Ibaditen) haben die vier sunnitischen Rechtsschulen eine weitestgehend gemeinsame Glaubenslehre. Bestimmte, nicht allzu viele Unterschiede gibt es aber bei manchen Teilen der Religionspraxis.

6. Das Glaubensbekenntnis aller Muslime lautet: „Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer dem einen Gott und ich bezeuge, dass Muhammad sein Diener und Gesandter ist.“

7. Die Glaubenslehre (Credo), die von allen o.g. Rechtsschulen(mit wenigen Nuancen) vertreten wird, lautet wie folgt:
„Ich glaube an Allah, an seine Engel, an seine Offenbarungsbücher, an seine Gesandten und Propheten, an die göttliche Vorsehung, an die Auferstehung nach dem Tode und an den Jüngsten Tag.

8. Alle Muslime glauben, dass Gott einer, einziger und einzigartiger ist. Gott hat alles erschaffen. Die Schöpfung ist sein Werk, er ist aber von seiner Schöpfung grundverschieden.
Der Mensch als Teil der Schöpfung wurde von Gott durch die Gabe der Vernunft hervorgetan. Dafür hat der Mensch als Statthalter Gottes auf Erden die Verantwortung für sich, seine Mitmenschen und für die übrige Schöpfung vor Gott zu tragen. Jeder Mensch ist für sein eigenes Wirken auf Erden und für das Wohlergehen seiner Mitmenschen vor Gott verantwortlich. Für dieses Wirken gibt es im Jenseits die Belohnung oder die Bestrafung.

9. Die Haltung des Menschen Gott gegenüber heißt Islam. Das bedeutet „Hingabe an Gott.“ Dies wird durch folgende Qur’anstelle dargelegt: „Sprich: Mein Gebet und mein Opfer, mein Leben und mein Tod gehören Gott, dem Herrn der Welten (6/162).“

10. Der Islam lehrt, dass die Menschen (Männer und Frauen) vor Gott gleich sind: „Wahrlich, die muslimischen Männer und die muslimischen Frauen, die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen, die gehorsamen Männer und die gehorsamen Frauen, die wahrhaftigen Männer und die wahrhaftigen Frauen, die standhaften Männer und die standhaften Frauen, die demütigen Männer und die demütigen Frauen, die Männer, die Almosen geben und die Frauen, die Almosen geben, die Männer, die fasten, und die Frauen, die fasten, die Männer, die ihre Keuschheit wahren, und die Frauen, die ihre Keuschheit wahren, die Männer, die Allahs häufig gedenken, und die Frauen, die gedenken – Allah hat ihnen Vergebung und herrlichen Lohn bereitet (Qur’an 33/36).“
„Die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen sind einer des andern Freund. Sie gebieten das Gute und verbieten das Böse und verrichten das Gebet und zahlen die Zakat und gehorchen Allah und Seinem Gesandten. Die sind es, deren Allah Sich erbarmen wird (Qur’an 9/71).“
„Und (gedenke) des Tags, da du die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen sehen wirst, indes (die Strahlen) ihres Lichts vor ihnen und zu ihrer Rechten hervorbrechen: „Frohe Botschaft euch heute!- Gärten, durch die Ströme fließen, darin ihr weilen werdet. Das ist die höchste Glückseligkeit (Qur’an 57/12).“

11. Der Islam glaubt und lehrt, dass die göttliche Offenbarung eine einheitliche Botschaft ist. Sie begann mit der Menschwerdung und wurde mit der Sendung des Propheten Muhammad (a.s.) vollendet und abgeschlossen. Somit werden Judentum und Christentum als Vorgänger und Schwesterreligionen anerkannt. Juden und Christen werden im Qur’an mit dem Begriff „Volk der Schrift“ bezeichnet. Folgende Qur’anstellen dokumentieren die Haltung des Islams dem Judentum bzw. dem Christentum gegenüber: „Wir ließen Jesus, den Sohn der Maria, ihren Spuren folgen, zur Erfüllung dessen, was schon vor ihm in der Thora war; und Wir gaben ihm das Evangelium, worin Führung und Licht war, zur Erfüllung dessen, was schon vor ihm in der Thora war, eine Führung und Ermahnung für die Gottesfürchtigen. Wir haben dir das Buch herabgesandt mit der Wahrheit, als Erfüllung dessen, was schon in dem Buche (Bibel) war, und als Wächter darüber. Richte darum zwischen ihnen nach dem, was Allah hinab gesandt hat, … (Qur‘an 5/47 u. 49).“
„Heute sind euch alle guten Dinge erlaubt. Und die Speise derer, denen die Schrift gegeben wurde, ist euch erlaubt, wie auch eure Speise ihnen erlaubt ist. Und keusche Frauen der Gläubigen und keusche Frauen derer, denen vor euch die Schrift gegeben wurde, wenn ihr ihnen ihre Morgengabe gebt, nur in richtiger Ehe und nicht in Unzucht, noch dass ihr heimlich Buhlweiber nehmt (Qur’an 5/6).“

12. Der Glaube ist Ausdruck einer freien Entscheidung des volljährigen und zurechnungsfähigen Menschen (männlich wie weiblich): „Es soll kein Zwang sein im Glauben. Gewiss, Wahrheit ist nunmehr deutlich unterscheidbar von Irrtum; wer also sich von dem Verführer nicht leiten lässt und an Allah glaubt, der hat sicherlich eine starke Handhabe ergriffen, die kein Brechen kennt; und Allah ist allhörend, allwissend (Qur’an 2/257).“
„Und sprich: „Die Wahrheit ist es von eurem Herrn: darum lass den gläubig sein, der will, und den ungläubig sein, der will …, (Qur’an 18/30).“
„…Einem jeden von euch haben Wir eine klare Satzung und einen deutlichen Weg vorgesehen. Und hätte Allah gewollt, Er hätte euch alle zu einer einzigen Gemeinde gemacht, doch Er wünscht euch auf die Probe zu stellen durch das, was Er euch gegeben hat. Wetteifert darum miteinander in guten Werken. Zu Allah ist euer aller Heimkehr; dann wird Er euch aufklären über das, worüber ihr uneinig wart (Qur’an 5/49).“

13. Folgende Religionspraxis (Hauptgottesdienste) wird von allen oben stehend erwähnten Rechtsschulen für verpflichtend und verbindlich angesehen:
a. Das Glaubensbekenntnis auszusprechen und daran innerlich zu glauben
b. Das tägliche Gebet zu verrichten
c. Die Zakat (sozial-religiöse Pflichtabgabe) zu entrichten
d. Im Monat Ramadan zu fasten
e. Einmal im Leben die Pilgerfahrt nach Mekka zu erfüllen

14. Zur Religionspraxis gehört es auch die religiösen Gebote und Verbote zu beobachten. „Siehe, Allah gebietet Gerechtigkeit zu üben, Gutes zu tun, den Nächsten zu beschenken und verbietet das Schändliche und Schlechte und Gewalttat. Er ermahnt euch, auf dass ihr es zu Herzen nehmt (Qur’an 16/91).“

15. Die Quellen der islamischen Religion sind:
a. Der Qur’an als Niederschrift der authentischen Offenbarung Gottes an seinen Propheten und Gesandten Muhammad (a.s.)
(Eine kanonisierte deutsche Qur’anübersetzung gibt es nicht, allerdings favorisiert die IGGiÖ die Übersetzung von Max Henning in der Überarbeitung von Murad Wilfried Hofmann, Diederichs Verlag)
b. Die religionswissenschaftlich gesicherte Überlieferung (Sunnah) des Propheten Muhammad (a.s.)
(Insbesondere die „sahih“ genannten Hadith-Sammlungen)
c. Übereinstimmung der muslimischen Religionsgelehrten genannt „Idjma“ (Consensus technicus)
d. Der Analogieschluss genannt „Qiyas“

(Die gläubigen Muslime orientieren sich, wenn es um Antworten der Religion auf neue und aktuelle Fragestellungen geht, an der Meinung der Gelehrtenkollegien in den traditionsreichen Gelehrtenstätten der islamischen Welt, allerdings die oberste Instanz bleibt das eigene Gewissen des volljährigen und zurechnungsfähigen gläubigen Menschen, der die Verantwortung für seine eigene Entscheidung vor Gott zu tragen hat.)

„ Oh die ihr glaubt! Seid standhaft in Allahs Sache, bezeugend in Gerechtigkeit! Und die Feindseligkeit eines Volkes soll euch nicht verleiten, anders denn gerecht zu handeln. Seid gerecht, das ist näher zur Gottesfurcht. Und fürchtet Allah; wahrlich, Allah ist kundig eures Tuns (Qur’an 5/9).“
„Gut und Böse sind nicht gleich. Wehre (das Böse) mit dem ab, was das Beste ist. Und siehe, der, zwischen dem und dir Feindschaft war, wird wie ein wahrer Freund werden (Qur’an 41/35).“

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