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15.November.2011

Stellungnahme der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich zum Interview mit Polizeidirektor Alexander Gaisch

 

 

Die IGGiÖ hat die Aussagen des Polizeidirektors Alexander Gaisch im Interview in der „Kleine Zeitung“ G7 mit großem Bedauern wahrgenommen. Derartig unsachliche Aussagen stören nicht nur die gute Zusammenarbeit zwischen den Sicherheitsbehörden und Muslimen, sondern untermauern die vorhandenen Vorurteile in der Gesellschaft und untergraben den sozialen Frieden.

Muslime sind zwar daran gewöhnt sich mit dem Kalkül solcher unsachlichen Bemerkungen konfrontiert zu werden. Doch in diesem Fall ist es äußerst bedenklich und unverantwortlich, wenn eine führende Persönlichkeit, die für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger einer Stadt zuständig ist, durch unbedacht populistische Aussagen Fremdenhass und Islamfeindlichkeit schürt und sich den Grundsätzen unserer pluralistischen Gesellschaft widersetzt.

Inhaltlich degradiert der Polizeidirektor mit seinen Äußerungen eine in Europa beheimatete Bevölkerungsgruppe und unterstellt dieser undurchsichtige Kooperationen mit den arabischen Staaten, ohne zu wissen, dass der Islam schon seit historisch langer Zeit ein fester Bestandteil der österreichischen Gesellschaft ist.

 

Die Äußerungen des Polizeidirektors widersprechen auch den Interessen der österreichischen Kulturpolitik, die darauf großen Wert legt mit Saudi Arabien im Dialog zu bleiben und nicht zuletzt eigens dafür ein Dialogzentrum in Wien aufbaut, welches vom saudischen Königshaus finanziert wird.

 

Die Aussagen von Herrn Gaisch widersprechen auch allen Integrationsbemühungen der hiesigen Regierung, die die Isolation der Muslime verhindern und diese in die Mitte der Gesellschaft motivieren möchte. Herrn Gaisch interessiert weniger die Partizipation der Muslime als deren noch tiefere Ausgrenzung mit all den gesellschaftlichen Folgen, an deren Vermeidung mit großer Vernunft und Engagement in ganz Europa hart gearbeitet wird.

Aufgrund der schwerwiegend populistischen Äußerungen des Polizeidirektors Alexander Gaisch ist aus unserer Sicht die weitere Ausübung seiner Funktion als Polizeidirektor mehr als fraglich. Wir sind davon überzeugt, dass seine Bemerkungen nicht dem Geist der Polizei entspricht. Daher wäre es empfehlenswert, wenn sich die Polizei von solchen Aussagen deutlich distanzieren würde.

 

Rückfragehinweis:

Medienreferent der IGGiÖ

FI Mag. Zekirija Sejdini

Tel.: +43 1 523 364 523

Handy: +43 (0) 699 190 67 333

 

Link zu APA-OTS

 

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