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04.February.2013

Österreichischer Presserat verurteilt Gratiszeitung „heute“

 

 

 

 

Nach Beschwerden gegen den in der Gratiszeitung „heute“ erschienen Artikel über einen Eifersuchtsmord, in dem rassistische und diskriminierende Bezüge zur islamischen Religion hergestellt wurden, liegt nun das Urteil des österreichischen Presserats vor. Auch die IGGiÖ hat offiziell Beschwerde eingelegt.

 

 

 

 

 

Die folgende Passage des Artikels wurde beim Presserat beanstandet: „Der Kraftfahrer (43) gehört zur Sorte Mann, die zum Glück eher hinterm Halbmond lebt. In Ländern, wo das Gesäß beim Beten höher ist als der Kopf. Partnerinnen betrachten sie als Besitz. Macht sich der selbständig, sind sie im Stolz verletzt und drehen durch.“, zitiert aus der Gratiszeitung „heute“, erschienen online und in der Printversion vom 7.12.2012.

Der Österreichische Presserat nennt den Artikel in seinem Urteil eine schwerwiegende Verletzung des Ehrenkodex der österreichischen Presse. Er sieht darin insbesondere eine Pauschalverunglimpfung von Menschen mit muslimischen Glauben. Gleichzeitig liegen eine Diskriminierung aus religiösen bzw. rassistischen Gründen sowie eine Herabwürdigung einer anerkannten Religionsgemeinschaft vor.

Im Urteil wird die rasch ausgesprochene Entschuldigung der Chefredaktion auf der „heute“-Webseite positiv beurteilt, sowie die disziplinären Maßnahmen gegen die beiden Autoren des Artikels, die umgehend beurlaubt wurden.

Folgend der Aussendung des Presserats ist „heute“ bemüht, die Konsequenzen über diese „völlig inakzeptablen Formulierungen“, wie die Geschäftsführung betont, zu ziehen. Die beiden Autoren des Artikels hätten sich bereit erklärt, unentgeltlich gemeinnützige Arbeit für islamische Organisationen zu leisten. Der IGGiÖ, als offizielle Repräsentanz des Islams in Österreich, liegt darüber bis dato noch keine Information vor. Dazu IGGiÖ-Präsident Sanac: „Wir warten ab, ob den Worten auch Taten folgen.“

Der Presserat ist ein Verein, der sich für verantwortungsvollen Journalismus einsetzt und dem die wichtigsten Journalisten- und Verlegerverbände Österreichs angehören. Anzumerken ist, dass die Gratiszeitung „heute“ bislang nicht Mitglied des Presserats ist und sich damit der Schiedsgerichtsbarkeit des österreichischen Presserats nicht unterwirft. Die IGGiÖ hofft, dass sich dies bald ändert, um verantwortungsvollen Journalismus in Österreich zu gewährleisten.

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