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28.May.2014

Regierungsprojekt „Dialog der Religionen“ gestartet

 

Regierungsprojekt „Dialog der Religionen“ gestartet

"Der heutige Tag ist für mich ein historischer Tag.", betonte Dr. Fuat Sanac anlässlich des ersten Zusammentreffens von Vertretern aller in Österreich anerkannten Religionsgesellschaften im Rahmen des von der Regierung initiierten „Dialog der Religionen“.

"Österreich hat eine Vorreiterrolle, was das friedliche Zusammenleben der Religionen betrifft!" So lobte Bundesminister Kurz die heimische Situation und erntete damit große Zustimmung seitens der Religionsvertreter. Nun soll das vorbildliche Modell auch international Impulse geben. Eine ab Juni wirkende Arbeitsgruppe wird speziell das Thema „Religionsfreiheit“ behandeln und Positionen entwickeln, die sowohl auf UNO-Ebene als im Europarat und bilateral eingebracht werden können.

Dem dahinter stehenden Ansatz: "Religion ist immer als Teil der Lösung und nicht als Teil des Problems zu sehen", schlossen sich die Religionsvertreter an. Kardinal Christoph Schönborn, Fuat Sanac von der Islamischen Glaubensgemeinschaft, der orthodoxe Metropolit Arsenios Kardamakis, der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Oskar Deutsch, sowie der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker waren sich mit Kurz auch einig darin, dass freie Religionsausübung die Integration in die Gesellschaft fördere.

"Die Religionsfreiheit ist das Herzstück der Menschenrechte", betonte Bünker.

Schönborn ist es wichtig, dass Religion nicht nur innerhalb der eigenen vier Wänden ausgeübt werden darf, sondern weiter im öffentlichen Raum Platz hat. Auch dazu bestehe ein "tiefer Konsens" zwischen den Religionsgemeinschaften, betonte er. Probleme mit Kreuzen im öffentlichen Raum oder - wie jüngst aufgekommen - Erstkommunionsliedern im Musikunterricht sieht auch Kurz nicht. "Ich bekenne mich klar zur aktuellen Gesetzeslage", sieht er auch keinen Grund, christliche Symbole aus Schulklassen mit mehrheitlich nicht christlichen Schülern zu verbannen. Auch Deutsch erinnerte daran, dass ohne - in manchen Ländern teils verbotene - Praktiken wie Beschneidung und Schächtung jüdisches Leben nicht möglich sei.

"Religion kann auch Teil der Versöhnung sein", ging auch Metropolit Arsenios auf internationale Konflikte zwischen den Glaubensgemeinschaften ein. Man müsse immer daran erinnern, dass es nicht nur um die "Begegnung mit Gott", sondern auch um die Begegnung mit Menschen gehe. Deutsch erinnerte wiederum an den Angriff auf das Jüdische Museum in Brüssel: "Das würde ich als Symptom nehmen, dass man noch nicht überall in Freiheit und Frieden leben kann." Die EU-Wahl am Wochenende habe zudem rechtsextremen Parteien wieder Aufwind gebracht, hier sei die Politik gefordert, so der IKG-Präsident.

"Antisemitismus ist für uns ein Verbrechen gegenüber der Menschlichkeit", stellte der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft Dr. Fuat Sanac klar. Hierzulande sei alles zu tun, um solches Denken in seiner Gemeinschaft zu verhindern. "Die Probleme in anderen Ländern wollen wir nicht nach Österreich tragen." Als dringliches Anliegen der Muslime in Österreich erinnerte er an die notwendige Novellierung des Islam-Gesetzes, auf die man bereits seit 15 Jahren warte. Neid und Feindseligkeit aus gewissen Richtungen würden diesen Vorgang zu einem "mühsamen Weg" machen.

Bünker ging auf die zunehmende Pluralisierung unter den Religionsgemeinschaften ein, um zu dem Schluss zu kommen, mehr Vielfältigkeit zu vertragen als man denkt.

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