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21.August.2014

Abscheu vor den IS Gewaltexzessen – Appell an die Öffentlichkeit diesen Terror nicht mit „dem Islam“ zu verbinden

 

 

 

In tiefer Erschütterung verurteilen wir als Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich IS zum wiederholten Male. Angesichts der von ihnen verübten Gräueltaten fehlen die Worte das Entsetzen zu beschreiben. In ihrem politischen Anspruch sind sie völlig wirr und verblendet. Sie haben nicht das geringste Recht, Muslime vertreten zu wollen. So wie sie sich aufführen, pervertieren sie unsere Religion. Sämtliche Werte des Islams von der Achtung der Menschenwürde bis zum Schutz für religiöse und ethnische Minderheiten werden von ihnen mit Füßen getreten. Ihnen muss klar vermittelt werden, dass Muslime sie global  dermaßen heftig ablehnen, dass jegliches Eintreten in einen theologischen Diskurs ausgeschlossen ist. Sie sind Verbrecher.

Wir appellieren an die Öffentlichkeit, diese klare Haltung der schärfsten Verurteilung von IS seitens der Muslime wahrzunehmen. Wir vermeiden es, IS mit religiösen Argumenten abzuqualifizieren und zwar nicht, weil wir diese nicht hätten, sondern weil wir ihnen mit dem Einstieg in theologische Dispute keinen Anlass zu ihrer Aufwertung geben möchten. Von jedem Standpunkt der Menschlichkeit und der Barmherzigkeit – auch das ein zentraler Wert des Islams! – richten sie sich selbst.

Es wäre fatal, wenn die Politik des Terrors und Schreckens eine Entfremdung zwischen Muslimen und Andersgläubigen zur Folge hätte. Denn genau dies ist eines der Ziele dieser Terroristen, deren krude Sicht ja von der Polarisierung zwischen ihnen und allen anderen – den „Ungläubigen“ – lebt. Dazu rechnen sie auch uns Muslime, die ihr wirres und gefährliches Weltbild nicht teilen.

Wir drücken unser Mitgefühl mit allen Menschen aus, die unter der Barbarei von IS leiden, insbesondere auch der christlichen und jesidischen Minderheit. Gleichzeitig erinnern wir daran, dass IS nicht über Nacht so stark wurden. Sie konnten sich in Syrien von der Weltöffentlichkeit völlig ungestört ausbreiten, auch weil das dortige Regime ein Interesse daran hat, diesen Terrorismus zu fördern. Dutzende Extremisten wurden von Baschar al Asad eigens dazu aus den Gefängnissen entlassen.

Eine Befriedung der Region kann nur erreicht werden, wenn die Komplexität der Situation erfasst wird. Dazu können unabhängige Medien einen entscheidenden Anteil leisten. An dieser Stelle drücken wir unsere Hochachtung vor der journalistischen Arbeit des ermordeten James Foley aus. Er wie allen seinen Kolleginnen und Kollegen, die unter Gefährdung ihres Lebens ihre Arbeit tun, um gerade angesichts von Propagandaschlachten in Krisenregionen ein möglichst reales Bild der dortigen Lebenswirklichkeit zu vermitteln, ist die vollste Solidarität auszusprechen.


Rückfragehinweis:
Carla Amina Baghajati
Medienbeauftragte der IGGÖ
Mobil 0699/123 81 075

 

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