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22.August.2014

Tätlicher Angriff auf zwei betagte Musliminnen in Wien Favoriten - Islamfeindlichkeit muss verurteilt und bekämpft werden

 

 

 

„Ihr seid Gäste hier! Vergesst das nicht! Schleicht euch in eure Heimat! Wir hassen euch, wir wollen euch nicht mehr sehen!“ – Solche Angriffe finden sich zuhauf im Internet und in den sozialen Medien. Auf solche Beschimpfungen müssen sich Muslime verstärkt auch in ihrem Alltag gefasst machen.

Die Stimmung erinnert Muslime an die Zeit unmittelbar nach 9/11, den Terrorattacken des 11.09.2001. Emotional aufgewühlt und entsetzt von den Verbrechen der Terrorgruppe  IS („Islamischer Staat“) mischt sich in die Abscheu, was da im Namen der Religion geschieht, die Sorge, wie sich das auf die Einstellung gegenüber Muslimen und ihrer Religion auswirkt. Die Befürchtung, dass die Islamfeindlichkeit ansteigen könnte, deponieren viele Muslime bei der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Sie scheint leider sehr berechtigt, wie ein Vorfall am gestrigen Donnerstag, 21. August in Wien Favoriten zeigt.

Denn gestern schlug die verbale Aggression in Tätlichkeit um. Ein ca. 30 bis 35jähriger Mann beschimpft mit obigen Worten im Wiener Dialekt erst eine 71jährige aus Serbien stammende Muslimin und stößt sie brutal. Im Weitergehen greift er eine 84jährige Frau an, ebenfalls Kopftuchträgerin, die ursprünglich aus der Türkei kommt und einen Gehstock benötigt. Als ein Stoß sie nicht zu Fall bringt, tritt er mit dem Fuß auf sie ein. Sie stürzt auf die Knie. Der Täter kann entkommen, obwohl ihn einige Jugendliche festhalten wollen. Polizei und Rettung treffen ein. Die Frau steht unter Schock und kann nicht befragt werden.  Sie weint und ist verzweifelt. Eine zufällig anwesende junge Muslimin bestätigt gegenüber der Polizei, dass der Angreifer weder betrunken noch geistig verwirrt schien. Sie begleitet das Opfer ins UKH  im 20. Bezirk. Auf diese Augenzeugin, die auch bereit ist nähere Auskünfte zu geben, stützt sich dieser Bericht.

So schlimm dieser Vorfall ist, steht zu hoffen, dass er bewirken kann, Tendenzen von Islamfeindlichkeit entschiedener entgegen zu treten. Es erscheint gerade im Licht dieses jüngsten Ereignisses völlig unverständlich, dass die Hakenkreuzschmierereien auf der Moschee in Telfs einzig dem Superintendenten der Evangelischen Kirche in Salzburg/Tirol Olivier Dantine eine klare Verurteilung wert waren. Die Schweineköpfe auf dem Bauplatz einer zukünftigen islamischen Schule wurden zwar in den Medien gemeldet, aber auch dieser islamfeindliche Angriff nicht zurückgewiesen.

Die notwendige klare Verurteilung von IS und Maßnahmen zu deren Bekämpfung darf nicht in eine allgemeine Paranoia vor allem Islamischen führen. Wir alle sind herausgefordert durch Dialog und Zusammenarbeit den Frieden und sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft aufrecht zu erhalten.


Rückfragehinweis:
Carla Amina Baghajati
Medienbeauftragte der IGGÖ
Mobil 0699/123 81 075

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