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03.June.2015

Info für ArbeitsgeberInnen und ArbeitnehmerInnen über das Fasten im Ramadan

 

In Kürze beginnt wieder der muslimische Fastenmonat Ramadan. Während dieser Zeit verzichten Muslime tagsüber völlig auf Essen und Trinken - von Morgendämmerung bis Sonnenuntergang keinerlei Speisen und Getränke zu sich nehmen. Am Arbeitsplatz kann das zu speziellen Situationen führen…

Da der islamische Kalender ein Mondkalender ist und das Mondjahr etwas kürzer als das Sonnenjahr dauert, „wandert“ der Ramadan in Bezug auf den Sonnenkalender. Im Jahr 2015 fällt er in den Sommer. Das bedeutet, dass in Mitteleuropa der Tag etwa 18 Stunden dauert und es oft heiß ist.

Speziell der Verzicht auf Flüssigkeit ist in dieser Jahreszeit eine echte Herausforderung. Nicht jede/r verträgt das Fasten gleich gut – es kann zu Unterzuckerung und zu Flüssigkeitsmangel (Dehydrierung) kommen. Es gibt daher im Islam Ausnahmen vom Fastengebot: Kinder, Alte, chronisch Kranke (z.B. DiabetikerInnen), Schwangere, Stillende und menstruierende Frauen sind nicht zum strengen Fasten verpflichtet. Auch für Reisende und Personen, die körperlich schwer arbeiten, gibt es Ausnahmen. Statt des Fastens kann für wohltätige Zwecke (z.B. für Armen und Bedürftigen) gespendet werden oder das Fasten kann zu einem anderen Zeitpunkt nachgeholt werden.

Da in Mitteleuropa mittlerweile viele Muslime leben und arbeiten, hat der Ramadan auch Auswirkungen auf die Arbeitswelt in Österreich.

Wenn Sie an Ihrer Abteilung muslimische KollegInnen haben, die Fasten, Sprechen Sie sie auf das Fasten an – vielleicht können Sie in irgendeiner Weise Rücksicht nehmen (z.B. durch Einteilen zu weniger anstrengenden Tätigkeiten, durch Einteilung zur Frühschicht, durch Gewährung von Urlaub oder Zeitausgleich…)

Folgendes sollten die fastenden MuslimInnen aus medizinischer Sicht bedenken:

  1. Die Unterzuckerung und Flüssigkeitsmangel können die Aufmerksamkeit beeinträchtigen. Wenn Sie daher komplizierte Maschinen bedienen, in Bereichen mit besonderen Gefahren (z.B. Absturzgefahr) arbeiten oder im Fahrdienst tätig sind und Verantwortung für die Fahrgäste haben, kann das u.U. ein Problem sein – hier kann schon ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit schwere Folgen haben! Überlegen Sie, ob Sie in diesen Fällen nicht besser nachfasten sollten oder einen Urlaub beantragen!

  2. Falls Sie das Fasten trotzdem einhalten wollen, dann trinken Sie zu den erlaubten Zeiten ausreichend Flüssigkeit. Essen Sie unbedingt Frühstück (Sahur) – so halten Sie leichter durch!

  3. Wenn Sie gesundheitliche Probleme haben (z.B. eine chronische Erkrankung, aber auch niedrigen Blutdruck), vertragen Sie möglicherweise das Fasten nicht so gut. Sprechen Sie in diesem Fall mit Ihrem behandelnden Arzt / Ihrer behandelnden Ärztin – vielleicht ist es besser, wenn Sie statt des Fastens für Bedürftige spenden!


Das Zusammenarbeiten von Personen unterschiedlicher kultureller Herkunft bringt neue Herausforderungen – aber auch die Chance eines konstruktiven Miteinanders!

In diesem Sinn wünschen wir unseren muslimischen Geschwistern einen besinnlichen und schönen Ramadan!


Weitere Informationen zum Thema finden Sie in der Broschüre „Gesund arbeiten während des Ramadan“ der Initiative „Gesundheit & Arbeit“! - © Dr. Birgit Kager, R27a 02/ 2015.

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