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16.September.2015

Einsatz der Zivilgesellschaft als Signal an Europa

IGGiÖ Präsident Fuat Sanac ruft zu Schulterschluss der Solidarität auf

Während Europas Regierungen um eine gemeinsame Flüchtlingspolitik ringen und Verteilerschlüssel verhandeln, schafft die Solidarität und Hilfsbereitschaft der Zivilgesellschaft eine Realität, die auch der Politik Rückenwind verschafft. „Refugees welcome“ ist mehr als ein Slogan für das Einhalten europäischer Werte bei einer menschenrechtskonformen Asylpolitik. Dahinter stehen  tausende Menschen, die auch tatkräftig helfen dies umzusetzen. Österreich hat zuletzt weltweit positive Schlagzeilen geschrieben, weil Menschlichkeit regiert. Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich dankt allen, die sich so beherzt engagieren – kirchlichen, muslimischen und humanitären Hilfsorganisationen, dem Krisenstab der Bundesregierung, den ÖBB, der Exekutive, Rettungsorganisationen, dem Fonds Soziales Wien, der kommunalen Politik und vielen Privatpersonen.

„Integration ist, wenn man helfen kann“ – Quer durch die Gesellschaft wird angepackt, während die großen Hilfsorganisationen bei der Koordinierung helfen und auch Behördenvertreter vor allem Herz zeigten. Hier entsteht gerade ein „Wir-Gefühl“, das endlich nicht negativ über Abgrenzung zu gewinnen gesucht wird, sondern durch echte Solidarität, in einem gemeinsamen Handeln.

Diese Bereitschaft der tausenden ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer soll den politischen Beratungen Aufwind geben. Hier kann die Zivilgesellschaft den gewählten Volksvertreterinnen und –vertretern mit der Botschaft den Rücken stärken: „Gemeinsam können wir eine menschliche Flüchtlingspolitik gestalten!“ Legale und möglichst geordnete Wege nach Europa müssen gefunden werden.

Flüchtlinge wollen dorthin, wo ein Bett direkt auf sie wartet, wo sie sozial sofort andocken können: Nach Möglichkeit zu Familienmitgliedern oder Bekannten, die meist schon seit Jahren in Europa leben und in der Regel bestens integriert sind. Sie spielen schon jetzt bei der Flüchtlingshilfe durch ehrenamtliche Übersetzungsarbeit, großzügige Sachspenden und Hilfe vor Ort eine wesentliche Rolle. Wenn die Politik eine Möglichkeit schaffen würde, Anträge auf Asyl so zu gestalten, dass dieser Faktor berücksichtigt wird, könnten Kosten sofort reduziert und Flüchtlingsbewegungen vernünftiger gesteuert werden und wäre der Integrationsprozess vom Tag der Ankunft bei einem Minimum an weiterem staatlichem Aufwand eingeleitet.

Es braucht Wege, wie die Politik auf eine harte, Europas unwürdige Blockade- und Abschottungspolitik verzichten kann, ohne eine totale Grenzöffnung vorzunehmen. Schließlich macht die Situation auch Druck auf die europäische Politik, Verantwortung bei der politischen Lösung der Ursachen der Fluchtbewegungen zu übernehmen. Schutzzonen in Syrien könnten ein Ausweg sein, den Menschen vor Ort wieder eine Perspektive zu geben, fern von IS und Asad. Bürgerinnen und Bürger Europas erwarten sich, dass nicht nur die Zivilgesellschaft europäischen Geist zeigt, sondern auch die politischen Verantwortungsträger.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft versichert dabei, dass Musliminnen und Muslime ihren Beitrag bereits jetzt unspektakulär, aber sehr effizient leisten und dies auch in Zukunft so halten werden. Der Hilfsverein HILAL der IGGiÖ hat binnen weniger Tage enormen Zuspruch erfahren. So sollen noch mehr Ressourcen auf muslimischer Seite mobilisiert und organisiert werden, um nachhaltig helfen zu können. Daher der abschließende Appell von Dr. Fuat Sanac: „Bitte mitmachen und über HILAL spenden und vernetzen – Geld, Sachgüter, Übersetzungsdienste, Wohnraum, persönliche Betreuung werden gebraucht und sollen schnell dort ankommen, wo es am nötigsten ist!“

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